
Foto: Ulrich Mack, Hamburg
Die Knef
Sie war die erste deutsche Nachkriegsschauspielerin, die „Sünderin“, der umjubelte Broadwaystar, die geschmähte Emigrantin und gefeierte Rückkehrerin...
In einer Sonderausstellung ehrt das Filmmuseum Berlin ab dem 23. November 2005 Hildegard Knef, die im Dezember ihren 80. Geburtstag gefeiert hätte.
Hildegard Knef ließ sich nicht festlegen auf eine Rolle, auf ein künstlerisches Ausdrucksmittel oder einen Aufenthaltsort. Sie spielte im ersten deutschen Nachkriegsfilm DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (Wolfgang Staudte, 1946), trat Mitte der 1950er Jahre über sechshundert Mal als Ninotschka im Broadwaymusical „Silk Stockings“ auf, drehte Filme in Frankreich, Italien, England, Deutschland und Hollywood. Es folgten Konzert- und Theatertourneen; legendär ist der Gesangsauftritt 1968 in der Berliner Philharmonie. Mit der Veröffentlichung ihrer Autobiografie „Der geschenkte Gaul“ startete Hildegard Knef 1970 die dritte erfolgreiche Karriere als Buchautorin. In den 1980ern und 1990ern überraschte sie die Öffentlichkeit mit ihren Gemälden und einer eigenen Modekollektion; dennoch ist ihre Karriere von Scheitern ebenso geprägt wie von Erfolg.
In zehn Stationen widmet sich die Sonderausstellung einer Wanderin zwischen den Welten, deren private und öffentliche Biografie eng mit der bundesdeutschen Kultur- und Mediengeschichte verbunden ist. Unveröffentlichte Fotos, Showkleider, Modeentwürfe von Pierre Balmain, Briefe von Henry Miller, Carl Zuckmayer, Carlo Schmid und Marlene Dietrich sowie weitere attraktive Exponate aus dem Knef-Nachlass werden ergänzt von einer Medieninstallation mit Film-, TV- und Showaufnahmen aus fünf Jahrzehnten.
Hildegard Knef
24.11.2005-17.04.2006
Filmmuseum Berlin
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
Tel. 030.3009030
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
Weiterführende Links
Filmmuseum Berlin